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Rassentypische Erkrankungen: Eine besondere Herausforderung

Jede Hunderasse besitzt besondere Eigenschaften – sowohl im Hinblick auf Aussehen und Wesen als auch auf ihre gesundheitlichen Risiken. Durch jahrzehntelange Zucht können bei einigen Rassen bestimmte Erkrankungen gehäuft auftreten. Diese sogenannten rassetypischen Erkrankungen führen häufig zu hohen Tierarzt- und Operationskosten und werden deshalb bei der Hundekrankenversicherung berücksichtigt.

Was sind rassetypische Erkrankungen?

Rassetypische Erkrankungen sind Krankheiten oder körperliche Veränderungen, die bei bestimmten Hunderassen überdurchschnittlich häufig auftreten. Ursache sind meist genetische Veranlagungen oder zuchtbedingte Merkmale. Während einige Hunde bis ins hohe Alter gesund bleiben, benötigen andere aufgrund ihrer Veranlagung regelmäßig tierärztliche Behandlungen oder sogar operative Eingriffe.

Eine Hundekrankenversicherung kann dazu beitragen, die finanziellen Folgen solcher Erkrankungen deutlich zu reduzieren. Entscheidend ist jedoch, ob und in welchem Umfange die jeweilige Hundekrankenversicherung rassetypische Erkrankungen  übernimmt oder ob derartige Behandlungen ausgeschlossen sind.

Häufige rassetypische Erkrankungen

Große Hunderassen:

  • Deutscher Schäferhund, Labrador Retriever, Golden Retriever: Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind bei diesen Rassen besonders verbreitet. Die Fehlentwicklung des Hüftgelenks führt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und oft zu langwierigen Therapien oder Operationen, die mehrere Tausend Euro kosten können.
  • Berner Sennenhund: Neben HD und ED zeigt diese Rasse eine erhöhte Anfälligkeit für Tumorerkrankungen und Nierenversagen.
  • Deutsche Dogge: Herzkrankheiten, Knochenkrebs, Magendrehung sowie HD und ED.

Mittelgroße Rassen:

Border Collie:
Hüftgelenkdysplasie, Retinaatrophie (Absterben der Netzhaut) und Epilepsie

Kurzköpfige Rassen (Brachycephalie):

Mops, Französische Bulldogge, Englische Bulldogge: Das Brachycephale Syndrom mit verengten Nasenlöchern, verlängertem Gaumensegel und zu engen Atemwegen führt zu chronischen Atemproblemen. Diese Hunde leiden unter Atemnot, Überhitzungsgefahr, Augenproblemen, Hautfaltendermatitis und erhöhtem Operationsrisiko. Zusätzlich sind Bandscheibenvorfälle häufig. Wichtig: Viele Versicherer schließen Operationen zur Behandlung der Brachycephalie komplett aus.

Kleine Hunderassen:

Chihuahua und andere kleine Rassen:
Patellaluxation (herausspringende Kniescheibe) ist typisch und erfordert oft chirurgische Korrektionen mit Kosten bis zu 1.800 Euro.

Cavalier King Charles Spaniel:
Syringomyelie, eine neurologische Erkrankung mit chronischen Kopfschmerzen.

Dackel:
Bandscheibenvorfälle aufgrund der langen Wirbelsäule.

Übernimmt die Hundekrankenversicherung die Kosten?

Moderne Hundekrankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Behandlung rassetypischer Erkrankungen, sofern die Erkrankung erst nach Versicherungsbeginn diagnostiziert wird und generell keine vertraglichen Ausschlüsse definiert sind.

Da einige Versicherer jedoch zwischen angeborenen Fehlbildungen, erblichen Erkrankungen und später auftretenden Krankheiten unterscheiden, lohnt ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen.

Einige Anbieter versichern auch auch Hunde mit bestehenden Vorerkrankungen. Jedoch werden diese Vorerkrankungen dann explizit vom Versicherungsschutz ausgenommen.

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Wichtig

Falschangaben bei Vertragsabschluss führen unweigerlich zum Verlust des Versicherungsschutzes und können zur Verweigerung von Leistungen sowie zur Vertragskündigung führen.

Weitere Informationen zur Hundekrankenversicherung

Worauf sollten Hundehalter achten?

Gerade Besitzer von Hunderassen mit bekannten Gesundheitsrisiken sollten die Leistungen der Hundekrankenversicherung sorgfältig vergleichen. Besonders wichtig sind:

  • Übernahme der Kosten für genetisch bedingte oder rassetypische Erkrankungen
  • ausreichende Erstattungshöchstgrenzen oder unbegrenzte Jahresleistungen
  • freie Tierarztwahl
  • Erstattung nach der aktuellen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), auch bei höheren Abrechnungssätzen
  • Leistungen für Diagnostik, Operationen, Medikamente und Nachbehandlungen
  • möglichst kurze oder keine Wartezeiten für bestimmte Leistungen

Ein hochwertiger Tarif zeichnet sich dadurch aus, dass auch kostenintensive Erkrankungen langfristig abgesichert werden.

Früher Abschluss bietet Vorteile

Rassetypische Erkrankungen sind im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Hundekrankenversicherung immer kritisch zu betrachten.  Je nach Hunderasse können Gelenk-, Herz-, Atemwegs- oder Augenerkrankungen umfangreiche medizinische Behandlungen erforderlich machen. Damit eine leistungsstarke Hundekrankenversicherung auch wirklich Sie vor den finanziellen Folgen schützt, sollte der Abschluss so früh wie möglich erfolgen. Idealerweise bereits im Welpenalter oder solange der Hund gesund ist.

Anderenfalls schließen Versicherer bereits bekannte oder diagnostizierte Erkrankungen in der Regel vom Versicherungsschutz aus. Ein sorgfältiger Tarifvergleich hilft dabei, einen Versicherungsschutz zu finden, der auch bei rassetypischen Erkrankungen umfassende Leistungen bietet.