Hüten fremder Hunde / Pferde in der Haftpflichtversicherung

Nicht immer liegt die Aufsicht über den Hund oder dem Pferd in den Händen des Tierhalters selbst. Es gibt viele Situationen im Leben, in denen der Tierhalter angewiesen ist, den Hund oder das Pferd durch Dritte Personen beaufsichtigen zu lassen.

Tierhüter ist derjenige, dem die selbstständige Gewalt und Aufsicht über das Tier übertragen worden ist. Dem Tierhüter wird kraft Gesetz die Haftung, sofern durch den Hund oder das Pferd ein Schaden angerichtet wird, übertragen. Ein besonderer schriftlicher Vertrag ist für Begründung der Haftung nicht erforderlich.

Der §834 BGB regelt die Haftung des Tierhüters (Tieraufsehers) wie folgt:
Wer für denjenigen, welcher ein Tier hält, die Führung der Aufsicht über das Tier durch Vertrag übernimmt, ist für den Schaden verantwortlich, den das Tier einem Dritten in der im § 833 bezeichneten Weise zufügt.
Die Verantwortlichkeit tritt nicht ein, wenn er bei der Führung der Aufsicht die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder wenn der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.

Versicherer erweitern üblicherweis den Versicherungsschutz der Privathaftpflichtversicherung auf die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers als Hüter von fremden Hunden aus. Weiterhin beinhalten die Tierhaftpflichtversicherungen meist auch die Haftung des Tierhüters des in der Versicherungspolice benannten Tieres. Es darf sich hierbei jedoch nicht um eine gewerbsmäßige Tätigkeit des Tier-Hüters handeln. In diesem Falle muss der gewerbsmäßig tätige Tierhüter eine eigenständige Gewerbliche Haftpflichtversicherung abschließen.

Es gilt jedoch zu beachten, dass die Hütung von sog. Kampfhunden in den meisten Privathaftpflichtversicherungen ausgeschlossen ist. 

Für Tierhalter ist aus diesem Grunde zwingend der Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung, Hundehaftpflichtversicherung oder einer adäquaten Tierhaftpflichtversicherung zu empfehlen. Diese sichert auch das Risiko des Tierhüters ab. 

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