Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente fällt sehr niedrig aus. Deshalb ist eine private Vorsorge sinnvoll, um den möglichen Verlust der Arbeitskraft abzusichern. Geht die Arbeitskraft verloren, bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) den umfassendsten Schutz. Doch die Aufnahme in eine BU-Versicherung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die nicht jeder erfüllen kann. Eine Alternative ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU), bei der die Rente dann ausgezahlt wird, wenn der Versicherungsnehmer weniger als drei Stunden arbeiten kann.

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung und ihre Varianten

Sobald die Voraussetzungen für eine Erwerbsunfähigkeit vorliegen, zahlt die Versicherung die vereinbarte monatliche Rente, wobei der Grund für den Eintritt der Erwerbsunfähigkeit nicht von Bedeutung ist. Die EU-Versicherung kann in verschiedenen Varianten abgeschlossen werden,

  • als selbstständige Erwerbsunfähigkeitsversicherung,
  • als Zusatzversicherung zu einer Risikolebensversicherung und
  • als Zusatzversicherung zu einer kapitalbildenden Lebensversicherung oder Rentenversicherung.

Eine Kombination mit einer Risikolebensversicherung lohnt sich nur dann, wenn der Versicherungsnehmer ohnehin eine Todesfallabsicherung abschließen möchte. Müssen keine Familienangehörigen und kein Kredit abgesichert werden, dann ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung als alleinige Versicherung ausreichend. Eine Kombination aus einer kapitalbildenden Lebensversicherung oder einer Rentenversicherung mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist nicht empfehlenswert. Der Schutz vor Risiken und das Sparen sollten getrennt voneinander abgeschlossen werden unter dem Aspekt, dass einer der beiden Verträge möglicherweise vorzeitig enden soll.

Für Risikoberufe besonders interessant

Die Höhe der Beitragszahlungen ist bei der Berufsunfähigkeitsversicherung auch abhängig von der Berufsgruppe, der der Versicherungsnehmer angehört. Die Beitragshöhe steigt mit wachsendem beruflichem Risiko, sodass manche Berufsgruppe keine Chance hat, überhaupt in die BU-Versicherung aufgenommen zu werden. Gerade bei sogenannten Risikoberufen ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung sehr viel preisgünstiger. Mit gesundheitlichen Vorbelastungen ist eine Aufnahme in eine BU-Versicherung sehr schwierig oder unmöglich.

Auch bei der Antragstellung für eine EU-Versicherung müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden, wobei eine Aufnahme trotz Vorerkrankungen eher wahrscheinlich ist. Risikozuschläge auf die Beitragszahlungen oder Leistungsausschlüsse für bestimmte Erkrankungen sind jedoch auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht ausgeschlossen. Wer in den vergangenen Jahren in psychotherapeutischer Behandlung war, wird meist weder in eine BU-Versicherung noch in eine EU-Versicherung aufgenommen.

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