Nachhaftung in der Haftpflichtversicherung

Die Nachhaftung ist ein versicherungstechnischer Begriff. Sie bezeichnet gesetzliche Tatbestände, die die Haftung der Versicherung über den Zeitpunkt der tatsächlichen Gefahrtragung hinaus verlängert. Das bedeutet, dass der Versicherungsschutz durch die Nachhaftung zeitlich erweitert wird und über den Zeitraum der Wirksamkeit des Versicherungsvertrages hinaus besteht. Die Nachhaftung ist insbesondere für die Berufs-Haftpflichtversicherungen relevant, bei denen nicht das Schadenereignis als Versicherungsfall definiert wird, sondern die erste Feststellung des Schadens. Mit der Nachhaftung werden Versicherungslücken in den Fällen geschlossen, in denen die Ursache für den späteren Schadenseintritt bereits während der Wirksamkeit des laufenden Vertrages eintritt, aber erst nach seiner Beendigung tatsächlich festgestellt wird.

Mit der sogenannten Nachhaftungsklausel wird der Versicherungsschutz über die Wirksamkeit des Versicherungsvertrages verlängert, wobei diese Zeitspanne als Nachhaftungszeit bezeichnet wird. Das bedeutet, dass Schäden versichert sind, die erst nach der Vertragslaufzeit eintreten und gemeldet werden. Um diese Deckungslücken zu schließen, bieten Haftpflichtversicherer eine zeitliche Erweiterung des Versicherungsschutzes an, in denen Nachhaftungsfälle mitversichert sind. Dabei ist die Zeitspanne der versicherten Nachhaftung mit dem jeweiligen Anbieter verhandelbar.

Ein Beispiel ist ein Statikfehler, der bei der Planung und beim Bau eines Gebäudes unbemerkt bleibt und der erst einige Jahre später dadurch zutage tritt, dass das Gebäude einstürzt. Relevant ist diese Definition des Versicherungsfalls, die auf die Feststellung des Schadens abstellt, unter anderem auch bei der Umwelt-Haftpflichtversicherung, bei der Architekten-Haftpflichtversicherung und bei der Kfz-Haftpflichtversicherung. Gleiches gilt für Schäden, die durch Fehler in der Software oder durch Beratungsfehler entstehen.

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